Führerschein kostet immer mehr und dauert immer länger
Veröffentlicht: Freitag, 04.04.2025 10:53
Der Führerschein wird immer teurer und die Fahrschüler brauchen länger. Wir haben deshalb mit dem Fahrlehrerverband Nordrhein und der Fahrschule Ködderitzsch aus Glehn gesprochen.

In ganz Deutschland brauchen die Fahrschüler deutlich länger für den Führerschein als noch vor ein paar Jahren. Der Fahrlehrerverband Nordrhein sagt, dass die Fahrschüler im Rhein-Kreis Neuss vor rund 20 Jahren circa 20 praktische Fahrstunden gebraucht haben. Mittlerweile ist die Zahl auf circa 45 angestiegen. Der andere Faktor ist die immer aufwendigere Theorieprüfung. Über 1000 Fragen müssen von den Fahrschülern gelernt und abgerufen werden. Die Durchfallquote bei der Theorieprüfung liegt in Deutschland laut dem TÜV Verband bei 41 Prozent und bei der Praktischen bei 30 Prozent. Dabei können die Kosten für den gesamten Führerschein auf über 4000 Euro steigen (ADAC).
Was sagen die Fahrschulen?
Wir haben exemplarisch mit der Chefin aus der Fahrschule Ködderitzsch gesprochen. Chefin Heike Ködderitzsch merkt deutliche Preissteigerungen. Sie bietet die Fahrstunde zu einem Preis von 70 Euro an. Durch die Inflation steigen die Kosten für den Sprit, die Versicherungen und die Löhne der Fahrlehrer. Änderungen an den Preisen kann sie momentan nicht vornehmen, da die anderen Faktoren dafür erst gesenkt werden müssten. Heike sagt auch, dass sie eigentlich noch mehr verlangen müsste, der Führerschein dadurch aber unbezahlbar gemacht werden würde.
Fahrlehrermangel
Der Fahrlehrermangel ist ein weiteres Problem. Genaue Zahlen liegen zwar nicht vor, dennoch spiegelt sich der Mangel bei den Wartezeiten der Fahrschüler wider. Laut Fahrlehrerverband Nordrhein liegt das Problem zu großen Teilen in der teuren Ausbildung. Für die Führerscheinklasse B muss man mit bis zu 25.000 Euro rechnen. Sobald man beispielsweise den LKW-Führerschein macht, können die Kosten auf bis zu 35.000 Euro steigen. Es gibt zwar Förderangebote, diese werden aber nicht immer genehmigt und decken auch nur einen kleinen Teil der Gesamtkosten. Der Fahrlehrerverband schlägt vor, den Beruf auf einen anerkannten Ausbildungsberuf hochzustufen oder in ein Duales Studium umzuformen. Dadurch würden die angehenden Fahrlehrer schon vorher Geld verdienen und weniger Probleme mit den alltäglichen Kosten haben.
Tipps um Kosten beim Führerschein zu sparen
- Preise vergleichen
- Die Theoriestunden hintereinander wahrnehmen und konsequent dran bleiben, so bleiben die Fragen im Kopf und die Chance beim ersten Mal zu bestehen, ist höher
- Vor oder während der Praxisstunden auf den Verkehrsübungsplatz beispielsweise in Kaarst fahren und erste Erfahrungen machen